5 Fragen an Thomas Memmel

100ProDu hast Dir das Motto „100ProzentNEUstadt“ ausgesucht. Warum?

Da gibt es mehrere Aspekte: Zunächst ist 100% ein Teil meiner Lebenseinstellung. Wenn ich etwas anpacke, dann ganz oder gar nicht. Bin ich von einem Ziel überzeugt, dann widme ich ihm meine ganze Kraft, um es zu erreichen. Und: Ich mag keine halbfertigen oder nicht zu Ende gedachten Lösungen. Nur ein hundertprozentiges Ergebnis ist für mich ein gutes Ergebnis.

Dann ist mir die Silbe „Neu“ aus Neustadt aufgefallen. Bei uns ist vieles gut. Seit knapp sechs Jahren darf ich nun ja schon als Stadtrat mitgestalten. Ich denke aber auch, dass dennoch Verbesserungen möglich sind. Dazu haben wir in der CSU an Ideen für unsere Stadt und die Ortsteile gearbeitet. Diese neuen Pläne würde ich mit in das Amt nehmen. Es geht darum, auf das aufzubauen, was da ist und mit neuem Elan unsere Stadt in die Zukunft zu führen. Ein neuer Bürgermeister ist eine andere Person – erst recht, wenn er aus der CSU kommt. Es wird auch der ein oder andere neue Schwerpunkt gesetzt werden, ich denke, das ist für keinen unserer Bürgerinnen und Bürger eine Überraschung.

Und schließlich soll mit dem Slogan zum Ausdruck kommen, dass ich mich vor vielen Jahren bewusst entschieden habe, hier in Neustadt zu leben. Meine Frau ist hier geboren, meine Kinder wachsen hier auf. Uns gefällt es hier und wir sind gern hier. Deswegen will ich von mir behaupten, dass ich ein Neustädter geworden bin. Zu 100%. Neustadt ist meine Heimat und ich lebe hier mit meiner Familie und Freunden zusammen. Man trifft sich in der Stadt, beim Essen oder in den Vereinen. Das genieße ich sehr. Und diese Kontakte helfen mir, insbesondere wenn es um Entscheidungen für uns alle geht. Davon habe ich in den letzten Jahren profitiert. Ich bekomme hier die Orientierung, was der richtige Weg ist. Das ist schon ein Wunsch von mir, dass es so bleibt.

Übrigens: Das Motto ist mir letzten Sommer beim Laufen eingefallen. Dabei lass ich meine Gedanken kreisen und ich bin schon auf manche gute Idee gekommen.

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Du hast gerade schon von den Plänen gesprochen, die Ihr erarbeitet habt für die nächsten 6 Jahre. Welcher davon ist Dir der wichtigste?

Wichtig sind sie alle, oder sagen wir viele davon. Ich will die Frage so beantworten: Mit welchem würde ich als erstes beginnen? Da sehe ich die Schaffung von neuen Baugebieten ganz vorn. Ich habe gerade darüber gesprochen, wie gut es unserer Familie hier gefällt. Es ist schön, wenn sich junge Leute hier finden, die aus unserer Stadt oder den Ortsteilen stammen und gemeinsam eine Familie haben. Doch es ist sehr bedauerlich, wenn sich hier kein geeigneter Bauplatz für sie findet. Ich habe das jetzt ein paar Mal erlebt, dass sich solche Familie in unseren Nachbargemeinden ansiedeln müssen, obwohl sie viel lieber bei uns geblieben wären. Selbst beschlossene neue Baugebiete mussten wir in den letzten Jahren leider verschieben. Schritt eins ist jetzt die Umsetzung anzustoßen und Schritt zwei nach weiteren Baulandmöglichkeiten zu suchen.

Auch in Neustadt und den Ortsteilen spüren wir die grundsätzlich hohe Nachfrage nach Bauplätzen. Deshalb müssen wir hier priorisieren. Diejenigen, die hier aufgewachsen sind und bei uns leben, sich für die Gemeinschaft engagieren und jetzt für Ihre Familie ein Haus bauen wollen, sollen auch einen Vorteil haben. Einheimische sollen Vorrang haben, das darf aber nicht in Bürokratie ausufern. Wenn dann noch freie Bauplätze da sind, ist es erfreulich, wenn es „Großstädtern“ bei uns so gut gefällt, dass sie hier zu uns ziehen wollen. Auch ein Kompliment für Neustadt.

Das hat auch Schattenseiten – Stichwort Flächenfraß. Hier gilt es verantwortungsvoll umzugehen und zunächst bereits erschlossene Lücken zu füllen. Ich glaube, dass ich mit Gesprächen hier viel erreichen kann. Was mir auch klar ist: Unsere Infrastruktur muss mitwachsen. Die Entwicklung der letzten Jahre insbesondere im Wohnungsbau hat uns hier an unsere Grenzen gebracht, teils haben wir dringenden Handlungsbedarf – Kanalisation, Verkehr und Kinderbetreuung. Das sind alles Pflichtaufgaben, die auch ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Leicht wird es nicht, aber ich nehme die Herausforderung gern an.

 

Du hast jetzt schon ein paar Mal die Ortsteile angesprochen. Gilt das auch für die Dörfer rund um Neustadt?

Natürlich, ja unbedingt. Die Situation finden wir in jedem unserer Ortsteile. Und in jedem unserer Ortsteile gibt es die Dorfgemeinschaft, in der auch die jungen Menschen bleiben wollen.

Für unsere Ortsteile haben wir uns aber auch noch etwas Spezielles ausgedacht: Wir wollen allen Ortsteilen ein jährliches Budget bereitstellen, mit dem kleine und einfache Maßnahmen schnell und unbürokratisch umgesetzt werden. Das können z.B. Sitzbänke, kleinere Platzgestaltungen und Grünpflege oder Verschönerungen an den Spielplätzen sein. Oder ein Eimer Farbe für das Bushäuschen oder das Feuerwehrhaus.Ich werde das in die Hände lokalen Stadtratsmitglieder oder Ortssprecher geben. Sie oder er entscheidet und kann damit unmittelbar handeln. Wenn Unterstützung vom Rathaus oder vom Bauhof dazu benötigt wird, stehen diese natürlich auch zur Verfügung. Meistens kommen die Vorschläge ja direkt von den Bürgern selbst, die sich engagieren wollen. Die sollen Unterstützung finden und nicht an ein paar Euros scheitern.

Auch wenn viele unserer zentralen Einrichtungen in der Kernstadt stehen und zudem die Innenstadtsanierung erst noch fertiggestellt werden muss, die Dörfer spielen auf keinen Fall die zweite Geige. Straßen und Gehwege werden intakt gehalten und mit der Breitbandversorgung sind wir erst fertig, wenn jedes Haus einen Glasfaseranschluss haben kann. Das sind nur zwei der Themen, die wir im Blick haben müssen.

 

Ehrenamtliches Engagement scheint Dir ja besonders wichtig zu sein. Gibt es dazu auch Ideen?

Ehrenamtliches Engagement liegt mir sehr am Herzen. Das beginnt bei unseren Rettungsorganisationen wie BRK, DLRG und Feuerwehr. Hier haben wir in Neustadt eine gute Basis, es wurde viel dafür getan. Von den Aktiven und auch von Seiten der Stadt. Das soll, das muss unbedingt so bleiben. Die Unterstützung der letzten Jahre wird auf jeden Fall fortgesetzt. Wichtig sind auch die sozialen und caritativen Vereine und Verbände, die Kirchen. Es gibt bei uns die guten Seelen, die sich um die kümmern, die Hilfe brauchen. Für die Unterstützung der Unterstützer soll auch gesorgt werden – vom offenen Ohr bis hin zur Finanzspritze. Dazu gehören für mich auch die Sportvereine und Jugendorganisationen. Sie leisten eine wertvolle Arbeit bei der Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen. Sie bereiten auf das Leben vor und bringen ihnen bei, sich in eine Gemeinschaft zu integrieren. Alles bedeutende Elemente einer funktionierenden Kommune.

Leider wird es für unsere Vereine nicht einfacher. Viele gesetzliche und behördliche Anforderungen müssen erfüllt werden. Dazu haben wir uns etwas überlegt. Wir wollen ein Netzwerk unter unseren Vereinen spannen, um diese Probleme zu besprechen und Antworten zu finden. Sei es durch gegenseitige Information, sei es durch Experten anderer Stellen. Vorträge und Workshops wollen wir dafür organisieren. Und einen Ehrenamtsbeauftragten in der Stadt Neustadt schaffen. Er soll erster Ansprechpartner unserer Vereine sein. Und zuletzt, weil wir wissen, dass jeder Verein auf finanzielle Mittel angewiesen ist, die vielfach durch Feste und Feiern erwirtschaftet werden: Wir möchten gern einen Park an Gerätschaften schaffen, der von unseren Vereinen für Feste ausgeliehen werden können. Es geht um Geschirr, Theken, Kühlung und so weiter. Let the party begin. Und ich komme gern zum Feiern dazu.

 BildThomasTreppe

Kommen wir zur letzten Frage: Die Bürger können ja nur alle sechs Jahre wählen gehen. Wird es dazwischen auch Möglichkeiten geben, wie Du unsere Neustädter und Neustädterinnen einbinden möchtest?

Auch daran haben wir gedacht. Wir nennen es „Bürgerhaushalt“. Jede Stadt und jede Gemeinde stellt ja zu Beginn eines Jahres den Haushalt auf und legt damit die Maßnahmen fest, die im Laufe des Jahres umgesetzt werden sollen. Wir wollen jedes Jahr eine Maßnahme aufnehmen, die von unseren Bürgern und Bürgerinnen direkt vorgeschlagen wurde. Dazu wollen wir im Herbst Ideen einsammeln. Dann wählen wir drei interessante Vorschläge aus, die in den nächsten 12 Monaten abgeschlossen werden können. Schließlich lassen wir online oder per App von allen abstimmen. Dieser Wunsch ist uns dann Befehl und wird in die Tat umgesetzt.

Was mir noch wichtig ist: Jederzeit ansprechbar zu sein. Dazu kann ich nur einladen und ermutigen. Es soll auch dafür feste Gelegenheiten geben. Ich werde eine Bürgersprechstunde einrichten, einmal die Woche, zwischen 17:00 und 18:30 Uhr. Sie steht allen offen, die ein Anliegen haben, welches Probleme und Fragen aus unserer Stadt betrifft. Ich will versuchen, dafür eine Lösung zu finden und bin zuversichtlich, dass sich Verbesserungen und Kompromisse erzielen lassen, mit denen alle zufrieden sind.

„Im Reden kommen die Leut‘ zam“ sagt man bei uns in Bayern. Auf meinem bisherigen beruflichen Weg hat sich das immer bewahrheitet. Für mich ist das der Schlüssel zum Erfolg auch in unserer Stadt. Deswegen will ich das für mich beibehalten.

Wenn wir schon über die Wahl reden, dann jetzt noch eine Bitte von mir an unsere Bürgerinnen und Bürger: Nutzen Sie die Gelegenheit und gehen Sie wählen. Falls Sie lieber in Ruhe Ihre Kreuzchen machen, dann beantragen Sie einfach Briefwahlunterlagen. Das geht schnell und unkompliziert. Genauso wie die Wahl auch. Ich bitte Sie um Ihr Vertrauen – für mich und für unsere Stadtratskandidaten. Wir möchten sehr gern für Sie arbeiten, geben Sie uns die Gelegenheit dazu.